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Tiere im GartenPflanzentipps

Vögel im Garten füttern: das richtige Futter und die besten Futterpflanzen


September - November
Wie Sie Garten, Terrasse und Balkon in ein ganzjähriges Vogelparadies verwandeln – mit dem passenden Futter und lebenden Nahrungsquellen. 
Die Unterschiede

Welches Futter für welchen Vogel? 

Nicht jeder Vogel frisst dasselbe. Grob unterscheidet man zwei Typen – und die meisten Futterangebote richten sich danach:

●        Körnerfresser (Weichfutter-Verächter wie Finken, Sperlinge, Ammern) haben kräftige Schnäbel und bevorzugen Sämereien: Sonnenblumenkerne (besonders die geschälten, schwarzen), Hanf, Hirse und andere Körnermischungen.

●        Weichfresser (Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig, Heckenbraunelle) haben zarte Schnäbel und mögen es weicher: Haferflocken, Rosinen, klein geschnittenes Obst, Kleie und fetthaltiges Weichfutter.

●        Allesfresser wie Meisen nehmen beides gern – für sie sind Meisenknödel und Fettfutter mit eingearbeiteten Kernen ideal.

Beim fertigen Futter unterscheidet man vor allem: Streufutter (lose Körnermischungen für Futtersäule oder -haus), Fettfutter bzw. Meisenknödel (energiereiche Mischung aus Fett und Sämereien für die kalte Jahreszeit) und Weichfutter (für zartschnäbelige Arten). Erdnüsse und Sonnenblumenkerne sind wahre Energiebomben und bei fast allen Arten beliebt.

Gut zu wissen: Setzen Sie bei Meisenknödeln auf Produkte ohne Plastiknetz. In den engen Netzen können sich Vögel mit den Füßen verfangen und verletzen. Besser sind Knödel zum Einhängen in einen Spender oder Fettfutter im Futtersilo. Entfernen Sie daher die Plastiknetze und fügen Sie diese in Futtersilos um oder wählen Sie Varianten ohne Netz. 

Vogelfutterpflanzen

Die beste Fütterung wächst im Garten:

Je heimischer und naturnaher Ihr Garten gestaltet ist, desto mehr entspricht er dem natürlichen Lebensraum der Vögel. Beerentragende Gehölze, samenreiche Stauden und insektenfreundliche Blüten liefern über Monate hinweg Nahrung – ganz ohne Futterhaus. Ein gut geplantes Beet ist damit die nachhaltigste Vogelfütterung überhaupt.

das Herbst- und Winterbuffet

Beerentragende Gehölze

  • Vogelbeere (Eberesche): Der Name ist Programm – ihre orangeroten Beeren sind bei über 60 Vogelarten beliebt.
  • Weißdorn: Dichte, dornige Krone – wertvoll als Nahrung und zugleich als sicherer Nistplatz.
  • Holunder: Die schwarzen Dolden sind im Spätsommer ein Festmahl für Amseln und Stare.
  • Felsenbirne: Doppelter Nutzen – süße Beeren für Vögel (und Menschen) plus leuchtende Herbstfärbung.
  • Mispel und Sanddorn: Sanddorn hält seine vitaminreichen Beeren bis tief in den Winter – wichtige Notnahrung, wenn sonst wenig übrig ist.
  • Eibe: Der rote Samenmantel wird gern gefressen. Achtung: Für viele Vögel ist er unproblematisch, für Menschen und Haustiere sind Eibe-Teile aber giftig.
  • Efeu: Ein unterschätzter Held – Efeu blüht spät und trägt seine Beeren erst im späten Winter, genau dann, wenn andere Quellen versiegt sind.

  • Berberitze (Sauerdorn) – rote Beeren bis in den Winter, dichte Dornen als Schutz- und Nistgehölz.
  • Liguster – schwarze Beeren, sehr robuste heimische Heckenpflanze (ebenfalls schon in Ihrem Material).
  • Kornelkirsche – frühe Blüte für Insekten, rote Früchte im Spätsommer.
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) – auffällige Früchte, bei Rotkehlchen beliebt (für Menschen giftig, wie die Eibe).
  • Wildrosen / Hagebutten (z. B. Hundsrose) – Hagebutten halten den ganzen Winter, wichtige Notnahrung.
  • Schneeball (Viburnum opulus) – rote Beeren, die spät im Winter gefressen werden.
  • Traubenkirsche und Cotoneaster – beide sehr fruchtreich und vogelfreundlich.
  • Wilder Wein (Zierwein) – blaue Beeren, zugleich Fassaden- und Balkonbegrünung.
  • Illex (Stechpalme): Die leuchtend roten Beeren halten den ganzen Winter und sind wichtige Notnahrung, wenn kaum noch etwas übrig ist – gefressen z. B. von Amsel, Drossel und Rotkehlchen.

bitte über den Winter stehen lassen

Samenstände von Stauden & Einjährigen

  • Sonnenhut (Echinacea) und Sonnenblume: Ihre Samenstände sind im Winter ein Magnet für Stieglitze und Finken. Schneiden Sie sie im Herbst nicht ab!
  • Disteln und Karden: Der Stieglitz heißt nicht umsonst „Distelfink" – kaum etwas liebt er mehr.
  • Dill und Fenchel: Die Doldensamen werden gern angenommen; stehen gelassen, wirken sie zudem im Raureif dekorativ.
  • Nachtkerze – ölreiche Samen, ein Favorit der Stieglitze.
  • Wilde Möhre, Kornblume, Mohn, Ringelblume – samenreiche Bienenweiden-Klassiker.
  • Gräser wie Rutenhirse (Panicum) oder andere Ziergräser – Samen und zugleich Nistmaterial.
  • Amaranth / Fuchsschwanz – sehr samenreich, ideal auch im Kübel.

Starkl-Tipp: Der „aufgeräumte" Garten ist der schlechteste Vogelgarten. Wer verblühte Stauden bis zum Frühjahr stehen lässt, bietet nicht nur Samen als Nahrung, sondern auch Überwinterungsquartiere für Insekten – die wiederum Futter sind. Ein bewusst „unordentliches" Eck ist gelebter Naturschutz.

Bienenweiden helfen doppelt

Insekten sind auch Vogelfutter

Viele Vögel sind während der Brutzeit auf tierische Nahrung angewiesen:

Die Jungvögel brauchen eiweißreiche Insekten und Raupen, um heranzuwachsen. Wer also insektenfreundlich pflanzt, füttert die Vögel indirekt gleich mit. Bienenweiden und blütenreiche Beete sind damit doppelt wertvoll – sie nähren Insekten, und die Insekten nähren die Vögel. Ein Garten voller Leben ernährt sich in gewissem Sinne selbst. Tolle Pflanzen für eine Insekten-Weiden sind beispielsweise: Wasserdost (Eupatorium), Fetthenne (Sedum), Katzenminze (Nepeta), Steppen-/Gartensalbei, Duftnessel (Agastache), Margeriten,  Herbstastern, Schafgarbe (Achillea), Sonnenhut (Echinacea), Mädchenauge (Coreopsis), Sonnenbraut (Helenium), Ziest (Stachys), Storchschnabel (Geranium), Frühlingszwiebeln (Krokus, Winterlinge, Schneeglöckchen) und frühblühende Gehölze (Weidenkätzchen, Kornelkirsche, Obstblüten).

Insektenweiden, für ein großes Vogelbuffet

bei Schnee & Eis

Wann Sie unbedingt zufüttern sollten

Die klassische Zufütterungszeit ist der Winter – besonders bei geschlossener Schneedecke, Frost und Eis, wenn natürliche Nahrung nicht mehr erreichbar ist. In dieser Zeit sollten Sie regelmäßig und verlässlich füttern: Haben sich die Vögel einmal auf Ihre Futterstelle eingestellt, verlassen sie sich darauf. Füttern Sie am besten morgens und am späten Nachmittag, damit die Tiere mit vollem Magen in die kalte Nacht gehen.

Zunehmend empfehlen Fachleute auch eine Ganzjahresfütterung, weil das Nahrungsangebot in vielen aufgeräumten Gärten und Kulturlandschaften generell knapp geworden ist. Wenn Sie ganzjährig füttern, achten Sie im Frühjahr und Sommer auf geeignetes Futter für die Jungenaufzucht (keine ganzen Erdnüsse, kein Brot – dazu gleich mehr) und auf besonders strenge Hygiene.


lebenswichtig

Hygiene an der Futterstelle

So gut gemeint das Füttern ist – eine verschmutzte Futterstelle kann mehr schaden als nützen. Wo viele Vögel zusammenkommen und Futter mit Kot in Kontakt kommt, verbreiten sich Krankheiten rasch. Beugen Sie vor:

  • Futtersilos statt offener Häuschen: In einer Futtersäule bleibt das Futter trocken und sauber, weil die Vögel nicht hineinkoten oder -treten können. Das ist die hygienischste Lösung.
  • Regelmäßig reinigen: Reinigen Sie Futterstellen regelmäßig mit heißem Wasser (keine scharfen Chemikalien) und lassen Sie sie gut trocknen.
  • Kleine Mengen anbieten: Lieber öfter kleine Portionen als große Vorräte, die verderben oder durchnässen.
  • Bei Krankheitszeichen pausieren: Sehen Sie kranke oder auffällig apathische Vögel, stellen Sie die Fütterung vorübergehend ein und reinigen Sie alles gründlich, um die Ansteckung zu stoppen.

die Vogeltränke

Wasser nicht vergessen:

Vögel brauchen nicht nur Futter, sondern auch Wasser – zum Trinken und zum Baden, das ihr Gefieder pflegt. Gerade im Hochsommer, wenn Pfützen und Tümpel austrocknen, und im Winter, wenn alles gefroren ist, sind Wasserstellen oft Mangelware. Eine flache Schale mit rauem Boden (damit die Vögel nicht ausrutschen) und ein paar Steinen als Landeplatz genügt schon – ideal auch für Terrasse und Balkon.

Wichtig: Wechseln Sie das Wasser täglich und reinigen Sie die Tränke regelmäßig – auch hier können sich sonst Krankheiten übertragen. Stellen Sie die Tränke etwas erhöht oder frei, sodass Katzen sich nicht anschleichen können.

Finger weg! 

Das gehört NICHT ins Vogelfutter

Manches, was gut gemeint ist, schadet den Vögeln. Diese Dinge bitte niemals füttern:

  • Brot: Quillt im Magen auf und liefert kaum Nährstoffe – für Vögel ungeeignet.
  • Gesalzene, gewürzte oder gebratene Speisen: Salz und Gewürze vertragen Vögel nicht, Essensreste vom Teller gehören nicht ans Futterhaus.
  • Milchprodukte: Vögel können Milchzucker nicht verdauen.
  • Verschimmeltes oder verdorbenes Futter: Schimmelpilze sind hochgiftig – Futter immer frisch und trocken halten.
  • Ganze Erdnüsse in der Brutzeit: Große Stücke können für Jungvögel zur Erstickungsgefahr werden. Im Sommer nur fein oder gar nicht anbieten.
Auch wichtig!

Noch ein paar Gedanken für ein sicheres Vogelparadies

  • Schutz vor Katzen: Platzieren Sie Futter und Tränke frei und übersichtlich, sodass sich Katzen nicht ungesehen anpirschen können – aber mit Deckung (Sträuchern) in erreichbarer Nähe für die Flucht.
  • Fensterschutz: Große Glasflächen sind eine Gefahr. Aufkleber oder Markierungen helfen, Vogelschlag zu vermeiden.
  • Nistplätze anbieten: Dichte, heimische Hecken und Nistkästen ergänzen das Futterangebot zum kompletten Lebensraum.

Übrigens gelingt das Vogelparadies auch auf kleinem Raum: Auf Terrasse und Balkon sorgen ein paar beerentragende Kübelpflanzen, eine insektenfreundliche Blütenauswahl, ein Futtersilo und eine kleine Tränke schon für regen Besuch.

Selber Machen

Bastelideen zum Nachmachen für die Vogelwelt

Lust bekommen, gleich loszulegen? In unserem Gartenblog zeigen wir Ihnen in drei DIY-Anleitungen, wie Sie mit einfachen Mitteln einen Vogelfutterspender und dekorative Vogelfuttertassen basteln und eine Vogeltränke selbst gestalten. So wird Ihr Garten Schritt für Schritt zum lebendigen Treffpunkt – und die passenden Futterpflanzen, Sämereien und Wildgehölze finden Sie natürlich bei uns im STARKL Gartencenter oder bequem im Pflanzenversand.

Für den Winter

Vogelfuttertassen 

Aus ausrangierten Tassen werden charmante Fettfutter-Stellen für die kalte Jahreszeit – ein schönes Bastelprojekt, das zugleich Weichfutter- und Allesfresser wie Meisen versorgt.

Das brauchen Sie:

  • alte, ausrangierte Tassen
  • Kokosfett
  • einen Topf zum Erwärmen und einen Kochlöffel
  • Vogelfutter
  • kleine Äste als Sitzstangen sowie Schnur zum Aufhängen

Und so geht’s: Lösen Sie das Kokosfett vorsichtig auf – achten Sie darauf, dass es nicht zu heiß wird – und vermengen Sie es mit dem Vogelfutter. Füllen Sie die Masse in die Tassen und stecken Sie jeweils einen kleinen Ast als Sitzstange hinein. Lassen Sie alles auskühlen, bis das Kokosfett fest geworden ist. Sobald die Masse ausgehärtet ist, hängen Sie die Tassen an der Schnur in Sträucher oder Bäume. Tipp: Kokosfett ist als Bindemittel ideal – anders als gesalzene oder pflanzlich gehärtete Fette ist es für Vögel gut verträglich.

Für die Wärmere Jahreszeit

DIY Vogelfutterspender

Ein Futterspender aus einer Glasflasche und ein paar Brettern hält das Futter trocken und sauber – die hygienischste Art, Körnerfresser zu versorgen. Ideal für die ganzjährige Fütterung.

Das brauchen Sie:

  • Holzplatten (zwei kleine, quadratische Platten, eine lange rechteckige Platte sowie Leisten)
  • Bohrmaschine mit Holz- und Lochbohrer
  • Stichsäge, Maßstab, Holzschrauben
  • eine Glasflasche

Und so geht’s: Die Maße richten sich ganz nach der Größe Ihrer Flasche. Sie können das Holz fertig zugeschnitten kaufen oder selbst nach Maß sägen. Aus den Brettern bauen Sie eine kleine Plattform mit Rückwand, an der die kopfüber eingesetzte, mit Körnern gefüllte Flasche befestigt wird. Das Futter rutscht dann von selbst nach, sobald die Vögel unten fressen – so bleibt der Vorrat trocken und geschützt. Tipp: Stellen Sie den Spender frei und übersichtlich auf, mit einem Strauch als Fluchtdeckung in der Nähe.

Kühles Nass

DIY Vogeltränke

Vögel brauchen nicht nur Futter, sondern auch Wasser zum Trinken und Baden. Diese selbst gegossene Tränke aus einem Rhabarberblatt ist ein Hingucker für Garten und Terrasse – am schönsten im Frühjahr und Sommer.

Das brauchen Sie:

  • ein großes Rhabarber-Blatt
  • Sand
  • Schnellbeton

Und so geht’s: Häufen Sie zunächst einen kleinen Sandberg auf – er gibt die Form der Tränke vor. Je höher der Sand, desto mehr Wasser fasst die Tränke später; machen Sie sie aber nicht zu tief, dann dient sie zugleich als Badewanne. Legen Sie das Blatt mit der Oberseite nach unten auf den Sandberg, entfernen Sie den Stiel und bedecken Sie das Blatt mit einer gut 5 cm dicken Betonschicht (der Beton sollte nicht zu flüssig sein, damit die Tränke stabil wird). Lassen Sie alles gut durchtrocknen – bei Schnellbeton etwa einen Tag –, stürzen Sie die Form dann und entfernen Sie die Blattreste. Die feine Blattstruktur bleibt als Abdruck erhalten. Tipp: Stellen Sie die Tränke an einen Platz, an den Katze oder Hund nicht ungestört gelangen, und wechseln Sie das Wasser täglich.

Die passenden Futterpflanzen, Sämereien und Wildgehölze finden Sie natürlich bei uns im STARKL Gartencenter oder bequem im Pflanzenversand – wir liefern europaweit.

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