- Apr
- Aug
- Dez
- Feb
- Jul
- Jun
- Jän
- Mai
- Mär
- Nov
- Okt
- Sep
Jetzt oder nie: Die letzten Gartenarbeiten im Herbst – und wann der allerletzte Zeitpunkt ist
"Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird."
Fahrplan für die letzten Gartenarbeiten des Jahres
Der Herbst ist die geschäftigste Zeit im Gartenjahr. Jetzt entscheidet sich, wie gut Ihr Garten durch den Winter kommt und wie kräftig er im Frühjahr startet. Doch bei vielen Arbeiten tickt die Uhr: Wird der Boden erst einmal kalt oder gefriert, ist der Zug für manche Aufgabe abgefahren. In diesem Beitrag finden Sie den kompletten Fahrplan für die letzten Gartenarbeiten des Jahres – mit klaren Angaben, bis wann Sie was erledigt haben sollten. Der Fokus liegt auf dem österreichischen Klima, wo die erste Bodenfrostgefahr je nach Region und Höhenlage meist zwischen Ende Oktober und Ende November einsetzt.
Wichtig vorweg: Österreich ist gärtnerisch kein einheitliches Land. In den milden Lagen des Wein- und Tullnerfeldes haben Sie oft noch Wochen länger Zeit als im rauen Wald- und Mühlviertel oder in den Alpentälern. Beobachten Sie die Wettervorhersage: Die erste angekündigte Frostnacht ist Ihr persönlicher Stichtag.
Das muss unbedingt noch erledigt werden
Blumenzwiebeln für das Frühjahr stecken
Wer sich im Frühling über Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen freuen möchte, muss jetzt handeln. Letzter Zeitpunkt: solange der Boden offen und frostfrei ist, oft bis in den November. Als Faustregel gilt eine Pflanztiefe von der doppelten bis dreifachen Zwiebelhöhe. Je früher Sie stecken, desto besser wurzeln die Zwiebeln vor dem Winter ein – ganz späte Nachzügler wie Tulpen verzeihen aber auch einen Novembertermin.
Wichtig: Blumenzwiebeln benötigen den Frost, um im Frühjahr auszutreiben.
Winterharte Pflanzen und Stauden setzen
Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für winterharte Stauden, Gehölze und Hecken: Der Boden ist noch warm, es regnet häufiger, und die Pflanzen wurzeln bis zum Frühjahr gut ein.
Letzter Zeitpunkt: etwa vier bis sechs Wochen vor dem ersten strengen Frost, damit die Wurzeln noch Halt finden. In milden Lagen also bis in den November, in rauen Lagen besser schon im Oktober erledigen. Gießen Sie frisch Gesetztes auch im Herbst noch regelmäßig.
Rasen ein letztes Mal düngen und mähen
Ein Herbstdünger (kaliumbetont, stickstoffarm) macht den Rasen frosthart und widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten – anders als ein Frühjahrsdünger, der auf Wachstum setzt. Letzter Zeitpunkt zum Düngen: etwa Mitte bis Ende Oktober, damit der Nährstoff noch aufgenommen wird. Mähen Sie den Rasen vor dem Winter ein letztes Mal nicht zu kurz (ca. 5 cm) und entfernen Sie Falllaub, damit die Gräser nicht ersticken. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema Rasenpflege.
Hecken schneiden – aber richtig
Ein letzter Formschnitt bringt die Hecke gepflegt durch den Winter. Wichtig: Radikale Schnitte ins alte Holz sind in Österreich aus Rücksicht auf brütende Vögel nur im Winterhalbjahr (1. Oktober bis Ende Februar) erlaubt und sollten an einem frostfreien, trüben Tag erfolgen, damit die Schnittstellen nicht verbrennen. Wie Sie Ihre Hecke fachgerecht in Form bringen, zeigen wir Ihnen ausführlich in unserem eigenen Blogbeitrag zum Heckenschneiden.
Knoblauch stecken
Der Herbst ist die beste Zeit, um Knoblauch für die Ernte im nächsten Sommer zu stecken – die Zehen brauchen den Kältereiz des Winters, um kräftige Knollen zu bilden. Letzter Zeitpunkt: meist bis Mitte/Ende November, solange der Boden bearbeitbar ist. Die genaue Anleitung Schritt für Schritt finden Sie in unserem eigenen Blogbeitrag zum Knoblauchstecken.
Jetzt vermehren und ernten für nächstes Jahr
Stauden teilen
Viele Stauden werden mit den Jahren von innen kahl und blühen schwächer. Das Teilen verjüngt sie und liefert gratis neue Pflanzen.
Letzter Zeitpunkt: bis etwa Mitte Oktober, damit die Teilstücke vor dem Frost anwachsen. Besonders gut im Herbst teilen lassen sich etwa Taglilien, Funkien, Pfingstrosen (nur flach setzen!), Storchschnabel und Herbstastern. Stechen Sie den Horst mit dem Spaten aus und teilen Sie ihn in kräftige Stücke mit Wurzeln und Knospen.
Stecklinge von Ziersträuchern machen
Im Herbst lassen sich viele Gehölze über Steckholz vermehren – eine einfache und kostenlose Methode. Dabei schneiden Sie von sommergrünen Sträuchern bleistiftdicke, etwa 20 cm lange, gut ausgereifte Triebe des aktuellen Jahres und stecken sie zu zwei Dritteln in lockere Erde im Freiland oder Topf. Bis zum Frühjahr bilden sie Wurzeln. Gut geeignet: Johannisbeere, Ribisel, Weide, Holunder, Forsythie, Deutzie, Hartriegel und Liguster.
Tipp: Markieren Sie die Steckhölzer, damit Sie im Frühjahr wissen, wo oben und unten ist – falsch herum gesteckt wachsen sie nicht an.
Samen von versamenden Stauden einsammeln
Wer Samen selbst erntet, zieht im nächsten Jahr kostenlos Nachwuchs und erhält robuste, standortangepasste Pflanzen. So geht’s: Sammeln Sie die Samenstände an einem trockenen Tag, wenn die Kapseln reif und braun, aber noch nicht aufgeplatzt sind. Schneiden Sie ganze Stände ab, hängen Sie sie kopfüber über einer Papiertüte zum Nachtrocknen auf und klopfen Sie die Samen anschließend heraus. Lagern Sie sie kühl, trocken und dunkel in beschrifteten Papiertüten (keine Plastikdosen – dort schimmeln sie).
Dafür eignen sich besonders gut: Ringelblume, Kapuzinerkresse, Jungfer im Grünen, Mohn, Akelei, Fingerhut, Stockrose, Sonnenhut (Echinacea und Rudbeckia), Kornblume, Lupine, Nachtkerze und Wicken.
Starkl-Tipp: Manche Stauden – etwa Akelei, Nachtkerze, Fingerhut und Jungfer im Grünen – versamen sich auch ganz von allein. Wer ein paar Samenstände bewusst über den Winter stehen lässt, bekommt im Frühjahr selbstausgesäten Nachwuchs geschenkt und bietet zugleich Vögeln Nahrung.
Was warten darf – und was in den Winter gehört
Bäume pflanzt man im Winter
Anders als Stauden werden Laubbäume und Sträucher als (wurzelnackte) Freilandware erst gepflanzt, wenn sie nicht mehr im Saft stehen – also in der Ruhephase von Herbst bis in den Winter hinein. Dann verkraften sie das Verpflanzen am besten und wachsen im Frühjahr kräftig an. Warum das so ist und wie Sie Ihren Baum direkt bei uns am Feld auswählen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Den richtigen Baum aus der Baumschule auswählen". Getopfte Bäume können ganzjähirg gepflanzt werden.
Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden
Lassen Sie Verblühtes und Samenstände bewusst über den Winter stehen. Sie sehen im Raureif schön aus, bieten Insekten Unterschlupf und Vögeln Nahrung und schützen die Pflanze vor Frost. Der große Rückschnitt hat Zeit bis zum Vorfrühling.
Diese Herbstarbeiten sollten Sie außerdem nicht vergessen
- Kübelpflanzen winterfest machen: Nicht winterharte Kübelpflanzen (Oleander, Zitrus, Agapanthus) vor dem ersten Frost ins Winterquartier holen; winterharte Kübel isolieren und auf Füße stellen, damit sie nicht durchfrieren oder im Nässestau stehen.
- Rosen anhäufeln: Veredelungsstelle mit Erde oder Laub abdecken, um sie vor Kahlfrost zu schützen.
- Empfindliche Stauden schützen: Etwa die Lampenputzergräser nicht schneiden, sondern locker zusammenbinden; empfindliche Arten mit Reisig oder Laub abdecken.
- Wasserleitungen und Außenhähne entleeren: Vor dem ersten Frost absperren und ausleeren, damit nichts platzt. Auch Pumpen und Regentonnen frostsicher machen.
- Teich herbstfit machen: Laubnetz spannen, abgestorbene Pflanzenteile entfernen und den Teich vor der Vereisung schützen.
- Laub sinnvoll nutzen: Nicht alles entsorgen – eine Laubschicht auf Beeten schützt den Boden, und ein Laubhaufen in einer Ecke bietet Igeln ein Winterquartier.
- Werkzeug pflegen: Gartengeräte reinigen, schärfen und trocken einlagern – so sind Sie im Frühjahr sofort startklar.
Boden verbessern: Freie Beete mit Kompost oder einer Gründüngung bedecken; eine Mulchschicht schützt das Bodenleben über den Winter.
Der Herbst-Fahrplan auf einen Blick
● Bis Mitte Oktober: Stauden teilen, Rasen düngen.
● Oktober bis November (frostfreier Boden): Blumenzwiebeln stecken, winterharte Pflanzen setzen, Knoblauch stecken, Steckhölzer schneiden, Samen ernten.
● Vor dem ersten Frost: Kübelpflanzen einräumen, Rosen anhäufeln, Wasserleitungen entleeren.
● Herbst bis Winter (Ruhephase): Laubbäume und Freilandgehölze pflanzen.
● Erst im Frühjahr: Stauden zurückschneiden.
Mit diesem Fahrplan verpassen Sie keinen wichtigen Termin mehr und schaffen beste Voraussetzungen für ein üppiges Gartenjahr. Alles, was Sie dafür brauchen – von Blumenzwiebeln über Herbstdünger bis zu winterharten Stauden und Gehölzen –, finden Sie bei uns im STARKL Gartencenter oder im Pflanzenversand. Wir liefern europaweit und beraten Sie gern zum richtigen Zeitpunkt für Ihren Standort.
Dieser Beitrag könnte Sie auch interessieren:
Indian Summer in Österreich – die schönsten Pflanzen für leuchtende Herbstfarben
Knoblauch stecken im Herbst!
Die schönsten mehrjährigen Pflanzen im Herbst
Rasen- und Heckenpflege im Herbst
Die schönsten Herbstschmuckpflanzen & Ideen für deine herbstliche Deko