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Ziersträucher schneiden
Rückschnitt nach der Blüte
Der erste Schritt beim Rückschnitt ist das Entfernen abgeblühter Blütenstände. Dies fördert nicht nur ein ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild, sondern verhindert auch die Bildung von Samen, was die Pflanze dazu anregen könnte, ihre Energie in die Samenproduktion zu investieren, anstatt in das Wachstum neuer Triebe.
Pflege- und Erhaltungsschnitt
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Rückschnitts ist das Entfernen von alten, schwachen oder beschädigten Trieben. Diese nehmen wertvolle Ressourcen in Anspruch und beeinträchtigen das Wachstum der gesunden Teile der Pflanze. Durch das Ausschneiden dieser Triebe wird Platz für frische, kräftige Triebe geschaffen, die das Wachstum und die Blütenproduktion fördern.
Achten Sie beim Rückschnitt darauf, dass die Form und das natürliche Wachstum der Ziersträucher erhalten bleiben. Ein zu starker Rückschnitt kann zu einem unansehnlichen Aussehen führen und die Blütenbildung beeinträchtigen. In der Regel sollten nicht mehr als ein Drittel der Gesamthöhe der Pflanze entfernt werden.
Die Verwendung von scharfem, sauberen Werkzeug ist wichtig! Nach dem Rückschnitt sollten die Sträucher zudem ausgiebig gegossen werden und gegebenenfalls mit organischen Dünger versorgt werden.
Bei den Ziersträuchern unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Schnittgruppen:
Gruppe 1: Die Unkomplizierten/Robusten
- Forsythie (Forsythia)
- Flieder (Syringa)
- Weigelie (Weigela)
- Maiblumenstrauch/Deutzie (Deutzia)
- Kolkwitzie / Perlmuttstrauch (Kolkwitzia)
- Heckenkirsche (Lonicera)
- Holunder (Sambucus)
- Spierstrauch (Spiraea vanhouttei, Spiraea cinerea, nur die Frühlingsblüher)
- Gefüllter Schneeball (Viburnum opulus 'Roseum')
- Garteneibisch (Hibiscus syriacus)
- Winterhartriegel (Cornus sang. Winter Flame)
- Prachtspiere (Spiraea vanhouttei)
Schnittanleitung
- Schnitt nach der Blüte im Juni oder Juli durchführen.
- Bei drei- bis vierjährigen Sträuchern Zweige um ein Drittel kürzen.
- Bei älteren Sträuchern lange Triebe um 30 bis 40 Zentimeter kürzen.
- Ein bis zwei Zentimeter oberhalb eines schlafenden Auges schneiden.
- Abgestorbene Äste auf Bodenhöhe kürzen.
- Sehr alte Sträucher radikal auf 30-50 cm zurückschneiden.
Achtung: Beim Kürzen ins alte Holz ist mit einer längeren Blühpause zu rechnen!
Gruppe 2: Die Heikleren
- Pfeifenstrauch (Philadelphus)
- Gewürzstrauch (Calycanthus)
- Eisenholzbaum (Parrotia persica)
Gruppe 3: Die Prinzessinnen
- Japanischer Schneeball (Viburnum plicatum, Viburnum tomentosum)
- Felsenbirne (Amelanchier)
- Magnolien (Magnolia)
- Japanischer Ahorn/Fächer- und Spitzahorn (Acer palmatum)
- Asiatischer Blüten-Hartriegel (Cornus kousa)
- Etagenhartriegel (Cornus controversa)
Ausnahme: Hortensien
Hortensien zählen ebenfalls zu den Ziersträucher, für sie gelten allerdings andere Schnittregeln.
Da das Thema sehr umfangreich ist, und sich ebenfalls wieder in 3 Schnittgruppen unterteilt, haben wir dazu einen eigenen Blogartikel zum Hortensienschnitt verfasst.
Häufig gestellte Fragen zum Thema "Ziersträucher schneiden"
Einen Einheitstermin gibt es nicht – der richtige Zeitpunkt hängt vom jeweiligen Strauch und seinem Blühverhalten ab. Als Grundregel gilt: Frühjahrsblüher wie Forsythie oder Flieder bilden ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr am alten Holz und werden deshalb erst unmittelbar nach der Blüte geschnitten. Sommerblüher wie Schmetterlingsstrauch oder Bartblume blühen am frischen Trieb und vertragen einen kräftigen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr. Vom Herbstschnitt wird generell abgeraten – Schnittwunden heilen in der kalten Jahreszeit schlecht, und viele Sträucher tragen dann bereits fertige Blütenanlagen.
Wir unterscheiden drei Gruppen: Sträucher, die jährlich zurückgeschnitten werden (z. B. Sommerflieder, Bartblume), Sträucher, die alle zwei bis drei Jahre ausgelichtet werden (z. B. Forsythie, Deutzie, Weigelie), und Sträucher, die kaum oder gar keinen Schnitt benötigen (z. B. Magnolie, Felsenbirne). Die Zuordnung zum richtigen Typ erspart viele Fehler.
Flieder blüht an den Triebspitzen des Vorjahres. Ohne Rückschnitt nach der Blüte verholzen die Äste zunehmend, die Blüten wandern nach oben und der Strauch wird kahl und unförmig. Ein regelmäßiger Auslichtungsschnitt direkt nach der Blüte erhält die Blühfreudigkeit und die natürliche Form dauerhaft.
Der sogenannte „Hausmeisterschnitt" – also das gleichmäßige Einkürzen aller Triebe rund herum – ist einer der häufigsten Schnittfehler bei Ziersträuchern. Er regt einen unnatürlichen, besenartigen Austrieb an, vermindert die Blütenbildung erheblich und zerstört die natürliche Wuchsform. Forsythien werden besser bodennah ausgelichtet: Alte und abgestorbene Triebe werden direkt an der Basis entfernt, junge Triebe dürfen stehen bleiben.
Der Schmetterlingsstrauch gehört zu den Sommerblühern und blüht am frischen Holz. Er verträgt im frühen Frühjahr – noch vor dem Austrieb – einen kräftigen Rückschnitt bis auf etwa 50 cm Höhe (Kniehöhe). Das fördert einen buschigen, blütenreichen Neuaustrieb. Ohne diesen Schnitt verholzt er zunehmend und blüht nur noch an den Triebspitzen.
Die Magnolie gehört zu den Sträuchern, die so wenig Schnitt wie möglich vertragen. Starke Eingriffe führen zu hässlichen Wunden, die schlecht verheilen, und können den Baum dauerhaft schädigen. Falls ein Schnitt nötig ist – etwa um abgestorbene Äste zu entfernen –, sollte dieser direkt nach der Blüte erfolgen und auf das absolut Notwendige beschränkt werden.
Für dünne Triebe bis etwa zwei Zentimeter Durchmesser reicht eine scharfe Rosenschere oder Gartenschere aus. Stärkere Äste werden mit einer Astschere geschnitten, sehr starke mit einer Hand- oder Baumsäge. Wichtig: Das Werkzeug sollte stets sauber und scharf sein – stumpfe Klingen quetschen das Holz, was Pilzkrankheiten begünstigt. Nach dem Schnitt befallener Pflanzen empfiehlt sich eine Desinfektion des Werkzeugs.
Nein. Bei Frost heilen Schnittwunden schlecht, und die frisch angeschnittenen Triebe können erfrieren. Auch bei starker Hitze reagieren Gehölze an den Schnittstellen empfindlich. Am besten wird bei trockenen, milden Bedingungen geschnitten – idealerweise an bewölkten Tagen ohne direkte Sonneneinstrahlung auf die frischen Wunden.
Bei stark verholzten oder zu groß gewordenen Sträuchern empfiehlt sich ein Verjüngungsschnitt: Die ältesten und dicksten Triebe werden bodennah entfernt, um neues Wachstum aus der Basis anzuregen. Dieser Eingriff sollte nicht alles auf einmal betreffen – über zwei bis drei Jahre gestaffelt ist er schonender für die Pflanze. Für die meisten Ziersträucher ist ein solcher Verjüngungsschnitt alle zwei bis drei Jahre sinnvoll.
Direkt nach der Blüte ist der ideale Zeitpunkt für Frühjahrsblüher, da die Pflanze dann die verbleibende Vegetationszeit nutzt, um neue Blütentriebe für das nächste Jahr anzulegen. Je früher nach der Blüte geschnitten wird, desto mehr Zeit hat die Pflanze dafür. Verblühte Rispen werden abgeschnitten, und alte oder zu dicht stehende Triebe werden bodennah ausgelichtet.
Die meisten Schnitte lassen sich mit etwas Grundwissen gut selbst durchführen. Bei Unsicherheit – besonders bei wertvollen oder empfindlichen Sträuchern wie Magnolie oder Fächerahorn – empfiehlt sich eine persönliche Beratung im STARKL Gartencenter. Am besten bringen Sie ein Foto Ihres Strauchs mit – so kann das Fachpersonal den optimalen Schnitttermin und die richtige Technik für Ihre Situation empfehlen.
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