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PflegetippsGartenarbeit im Frühling

Hortensien richtig schneiden


Februar - Dezember
Beim Schneiden von Hortensien sind viele Hobbygärtner:innen unsicher, da für die verschiedenen Hortensienarten unterschiedliche Schnittregeln gelten. Aber keine Sorge! So funktioniert's:
VIDEO-ANLEITUNG

Wie schneidet man Hortensien richtig?

Für die verschiedenen Hortensienarten gelten unterschiedliche Schnittregeln. Grundsätzlich schneidet man die Hortensien Ende Herbst/Winter, spätestens allerdings Ende Februar/Anfang März.

Hierbei unterscheidet mal den zwischen zwei verschiedenen Schnittgruppen.

leichter Rückschnitt

Schnittgruppe 1

Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla)

Teller-Hortensie (Hydrangea serrata)

Samt-Hortensie (Hydrangea sargentiana)

Riesenblatt-Hortensie (Hydrangea aspera 'Macrophylla')

Eichenblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia)

Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris)

Starker Rückschnitt

Schnittgruppe 2

Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens)

Rispenhortensie (Hydrangea paniculata)

Remontierende Hortensien

Sonderfälle

mehrfachblühend, moderne Hortensiensorten wie

„Endless Summer“

„Everbloom“ oder

„Forever & Ever“

schwacher rückschnitt

Schnittgruppe 1

Zu dieser Schnittgruppe zählen Hortensien, die man nur schwach zurück schneidet:

  • Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla)
  • Teller-Hortensie (Hydrangea serrata)
  • Samt-Hortensie (Hydrangea sargentiana)
  • Riesenblatt-Hortensie (Hydrangea aspera 'Macrophylla')
  • Eichenblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia)
  • Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris)

Bei dieser Gruppe wird fast nur der trockene Blütenstand geschnitten! Auch tote oder abgestorbene Knospen werden entfernt (erkennbar, dass sie braun und bröselig sind). Warum ist das so? Alle diese Hortensienarten haben eines gemeinsam: Sie legen den neuen Austrieb für das nächste Jahr inklusive der endständigen Blütenknospen schon im Vorjahr an.

Zeitpunkt Rückschnitt für Hortensien der Schnittgruppe 1

Der beste Zeitpunkt für das Schneiden der Hortensien der Schnittgruppe 1 ist Ende des Herbst bzw. Anfang Winter im November oder Dezember. Keine Sorge, auch noch im Februar/März kannst du diese schneiden! 

Die meisten Hortensienarten dieser Schnittgruppe sind etwas frostempfindlich. 

 

Hortensien der Schnittgruppe 1

Starker Rückschnitt

Schnittgruppe 2

Diese Pflanzen sind mit der Blütenbildung etwas flotter als ihre Kollegen aus der anderen Gruppe und können ihre Blüten im aktuellen Jahr bilden. Daher kann und soll man diese Pflanzen viel stärker schneiden. Dazu zählen die Sorten:

  • Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens) - Schnitt ca. 15 - 30 cm über dem Boden 
  • Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) - Schnitt ca. 20 - 25 cm über dem Boden 

Hortensien der Schnittgruppe 2 werden wie klassische Sommerblüher geschnitten:

Zeitpunkt Rückschnitt für Hortensien der Schnittgruppe 2

Stutzt im Spätherbst oder Frühjahr (Feburar / März) einfach alle Triebe, die in der vergangenen Saison entstanden sind, auf kurze Stummel mit je einem Augenpaar (Knospenpaar).

In der kommenden Saison treiben die verbliebenen Augen kräftig aus und es entstehen lange neue Triebe mit großen endständigen Blüten. 

Im Zentrum des Strauchs lässt man von den älteren Trieben meist etwas mehr stehen – je nach gewünschter Wuchsform rund drei bis vier Knospenpaare. Die äußeren Triebe können hingegen stärker eingekürzt werden – auf ein bis zwei Knospenpaare. So bleibt die natürliche Form des Strauchs trotz Rückschnitt weitgehend erhalten, und die Pflanze treibt vital und ausgewogen aus.

Hortensien der Schnittgruppe 2

Was ist ein Augenpaar?

Hier wird der Schnitt angesetzt!

Ein sogenanntes „Augenpaar“, auch bekannt als „Knoten“ oder „Nodie“, ist die Stelle am Trieb, an der erstmals Blatt- oder Knospenanlagen sichtbar werden. Diese befinden sich meist an einer kleinen Verdickung am Zweig – ein Merkmal, das euch beim genauen Hinsehen schnell auffallen wird. An dieser Stelle beginnt die Pflanze, neue Triebe zu bilden und sich zu verzweigen.

Ein Augenpaar besteht aus zwei gegenüberliegenden Knospen, die sich symmetrisch am Trieb befinden. Genau hier setzt man den Schnitt an:

Schneidet den alten Blütentrieb stets knapp über einem Knospenpaar ab. So fördert man einen gesunden, kompakten Wuchs und eine schöne Verzweigung.

AUSNAHMEN

Sonderfälle beim Hortensien-Rückschnitt

Einige moderne Hortensiensorten, wie „Endless Summer“, „Everbloom“ oder „Forever & Ever“, stellen beim Rückschnitt einen Sonderfall dar. Diese sogenannten remontierenden Hortensien blühen sowohl am alten als auch am neuen Holz – und vereinen somit die Eigenschaften der beiden klassischen Rückschnittgruppen.

Grundsätzlich gilt:
Ein starker Rückschnitt ist möglich, sollte aber gut überlegt sein. Denn je stärker der Rückschnitt erfolgt, desto später erscheinen im Jahr die neuen Blüten – oft erst im Spätsommer oder Frühherbst. Wer hingegen frühe Blüten genießen möchte, sollte beim Rückschnitt behutsam vorgehen und idealerweise nur verblühte Triebe sowie schwache Zweige entfernen.

Diese Sorten bieten viel Flexibilität, verlangen aber etwas Fingerspitzengefühl beim Schnitt – perfekt für alle, die über einen längeren Zeitraum blühende Hortensien im Garten oder auf dem Balkon genießen möchten.

Remontierende Hortensien (Sonderfälle)

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema "Hortensien richtig schneiden"

Grundsätzlich nicht zwingend – aber ein gezielter Rückschnitt fördert Blühfreude, Wuchs und Gesundheit erheblich. Bauernhortensien (H. macrophylla) blühen auch ohne Schnitt, werden aber immer buschiger und tragen kleinere Blüten. Rispenhortensien und Schneeballhortensien hingegen profitieren stark von einem jährlichen Rückschnitt – er ist Pflicht für eine üppige Blüte.

Die meisten Hortensien schneidet man am besten zwischen Ende Februar und Anfang April, wenn keine starken Fröste mehr drohen. Für Bauernhortensien und Tellerhortensien gilt: lieber etwas warten – Ende März ist ideal, da man dann auch Frostschäden an Knospen besser erkennen und gezielt reagieren kann. Rispenhortensien darf man ruhig früher schneiden, damit sie früher austreiben und früher blühen.

Die verblühten Blütenstände dürfen im Herbst oder Winter entfernt werden – das schadet der Pflanze nicht. Für die Pflanze spielt der genaue Zeitpunkt keine Rolle; ausschlaggebend sind ausschließlich ästhetische Gesichtspunkte. Viele Gärtner lassen die alten Blütenstände jedoch bewusst über den Winter stehen – sie schützen die darunterliegenden Knospen vor Frost und sind im vereiften Zustand sehr dekorativ.

Schnittgruppe 1 (Bauernhortensie, Tellerhortensie, Kletterhortensie u.a.) blüht am vorjährigen Holz – hier werden nur die verblühten Köpfe knapp über dem nächsten Knospenpaar entfernt. Ein starker Rückschnitt würde die bereits angelegten Blütenknospen zerstören. Schnittgruppe 2 (Schneeball- und Rispenhortensie) blüht am neuen Holz – hier kann und soll man kräftig auf 15–30 cm über dem Boden zurückschneiden. Das fördert starke Neutriebe und besonders große Blütenköpfe.

Ein Augenpaar (auch Knoten oder Nodie) ist die Stelle am Trieb, an der zwei gegenüberstehende Knospen sichtbar sind – erkennbar an einer leichten Verdickung des Zweiges. Den Schnitt setzt man immer knapp oberhalb eines kräftigen Knospenpaares an. So treibt die Pflanze sauber und gleichmäßig aus.

Die alten verholzten Triebe vom letzten Jahr müssen bei der Bauernhortensie unbedingt stehen bleiben – hier sitzen die Blütenknospen. Ein zu starker Schnitt entfernt diese Knospen und die Hortensie blüht im kommenden Jahr nicht oder kaum. Ausnahme: Erfrorenes Holz darf bis zum grünen Neuaustrieb zurückgeschnitten werden.

Die häufigste Ursache ist ein zu starker oder zu später Schnitt bei Schnittgruppe-1-Hortensien (v.a. Bauernhortensie). Weitere Ursachen: falscher Standort (zu wenig Licht), Spätfrostschäden an Knospen, oder zu viel Stickstoffdünger, der Blattmasse statt Blüten fördert. Nach der Neupflanzung kann eine Hortensie bis zu 1–3 Jahre benötigen, bis sie zur Blüte kommt!

Ja – auch Mitte bis Ende Mai ist ein Schnitt bei Bauernhortensien noch möglich, wenn der empfohlene Zeitpunkt verpasst wurde. Die Pflanze wird dadurch nicht beschädigt. Allerdings können dabei bereits gut entwickelte Knospen verloren gehen, was die Blüte im laufenden Jahr schwächer ausfallen lässt.

Remontierende Sorten wie 'Endless Summer', 'Everbloom' oder 'Forever & Ever' blühen sowohl am alten als auch am neuen Holz. Ein starker Rückschnitt ist möglich, verzögert aber die erste Blüte in die zweite Jahreshälfte. Wer frühe Blüten möchte, schneidet nur schwach – nur verblühte Triebe und schwache Zweige entfernen. Wer möglichst große Blütenköpfe bevorzugt, darf kräftiger schneiden.

Für den Hortensien-Schnitt eignen sich Bypass-Rosenscheren für dünne Triebe und Zugsägen für dickere, ältere Äste. Die Schere sollte unbedingt sauber und scharf sein – stumpfe Klingen quetschen das Holz und begünstigen Krankheiten. Nach dem Schnitt kranker Triebe die Schere desinfizieren.

Bei den meisten Sorten ist das nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Die schönen verwelkten Trockenblüten lassen sich im Herbst und Winter im Garten genießen. Eine Ausnahme bilden remontierende Sorten wie 'Endless Summer' – hier fördert das frühzeitige Entfernen verblühter Köpfe die Nachblüte.

Bei Temperaturen unter minus 5 Grad Celsius sollte auf den Hortensien-Schnitt verzichtet werden. Frost an frischen Schnittstellen kann das Holz schädigen und Infektionen begünstigen.

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