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Alles rund um die Paradeiser: Vom eigenen Saatgut auf den Teller
Eigenes Saatgut gewinnen
Man glaubt, es wäre kompliziert – ist es aber nicht. Ihre Lieblingssorte lässt sich ganz einfach selbst vermehren.
Eine Voraussetzung gibt es: Es sollte sich nicht um eine F1-Hybride handeln (das ist auf Samenpackungen und Pflänzchen gekennzeichnet). F1-Hybriden sind Pflanzen, bei denen nicht garantiert werden kann, dass sie die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben. Tragisch ist ein Versuch trotzdem nicht: Es kann nur sein, dass die Früchte eine andere Form oder Farbe bekommen, weniger üppig tragen – oder es klappt gar nicht. Vorhersehen lässt sich das nicht.
So gehen Sie bei der Samenentnahme vor:
- Verwenden Sie nur reife, gesunde Paradeiser. Ein interessantes Detail: Der Zeitpunkt der Ernte bestimmt mit, wann die Pflanze im Folgejahr Früchte trägt.
- Schneiden Sie die Frucht auf und lösen Sie die Samen vom Fruchtfleisch.
- Die Samen sind von einer gallertartigen Masse umgeben, die verhindert, dass sie schon in der Frucht keimen. Waschen Sie sie in einem Sieb unter laufendem Wasser aus und befreien Sie sie von dieser Masse.
- Lassen Sie sie anschließend in einem Tee- oder Kaffeefilter ein paar Wochen trocknen (z. B. mit einer Kluppe aufgehängt).
- Vollständig getrocknet bewahren Sie sie luftdicht in Glas oder Beutel auf – so bleibt das Saatgut bis zu 5 Jahre haltbar.
Anzucht leicht gemacht
Am besten beginnen Sie mit der Aussaat schon Mitte Jänner im Anzuchthäuschen – dann haben die Pflänzchen bis Mitte Mai genug Zeit, um ins Freie zu ziehen.
- Verwenden Sie nährstoffarme Erde. Zu viel Dünger vertragen die Babys nicht, sie sind schnell überdüngt.
- Die Saat darf weder austrocknen noch schwimmen. Am einfachsten befeuchten Sie sie mit einer Sprühflasche einmal täglich.
- Stellen Sie das Häuschen an einen warmen, hellen Ort – aber nicht über die Heizung, dort ist die Luft extrem trocken.
- Lüften Sie ab und zu: Viele Anzucht-Boxen haben Lüftungsschlitze, die Sie gelegentlich öffnen sollten. Schon nach wenigen Tagen keimen die ersten Samen.
Was Sie bei Paradeisern beachten sollten
- Wärme und Sonne: Ein Auspflanzen vor Mitte Mai ist meist kontraproduktiv – unter 8 °C fühlen sich die Pflänzchen gar nicht wohl. Lassen Sie sich ruhig Zeit.
- Starkzehrer: Sie brauchen viele Nährstoffe und ausreichend Platz im Beet oder Topf.
- Keine nassen Blätter: Gießen Sie immer nur unten, simulieren Sie keinen Regen. Regnet es oft, hilft ein kleines Dach aus Vlies o. Ä.
- Giftige Pflanzenteile: Blätter und Stängel sind nicht genießbar. Kein Grund zur Panik, wenn ein Blatt in eine Kinderhand oder ein Hundemaul gerät – auch hier macht die Dosis das Gift, und die giftigen Teile schmecken ohnehin nicht.
- Ausgeizen – ja oder nein? Daran scheiden sich die Geister. Die einen entfernen überflüssige Blätter, um das Fruchtwachstum zu fördern, die anderen lassen der Natur ihren Lauf und ernten ebenso gut. Wir entfernen meist nur die Triebe, die in die falsche Richtung wachsen, um der Pflanze eine Wuchsrichtung zu geben.
- Gesund sind sie sowieso: Ob Cocktail-, Ochsenherz-, gestreifte, rote oder gelbe Paradeiser – sie sind die perfekte Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung. Man sagt ihnen sogar eine antibiotische Wirkung nach.
Die Ernte verwerten
Ist die Ernte üppig, wird gekocht und konserviert. Zwei Lieblingsrezepte von uns:
Paradeiserpesto (Tomatenpesto)
Schneiden Sie vier große Fleisch-Paradeiser in Stücke und entfernen Sie das Fruchtfleisch. Rösten Sie je eine Handvoll Pinienkerne, Walnüsse und Sonnenblumenkerne in einer Pfanne leicht an. Verarbeiten Sie alles zusammen mit einem Esslöffel Salz, Pfeffer, Honig, Parmesan, einem großen Bund Basilikum und reichlich Olivenöl mit dem Stab- oder Standmixer zu einer homogenen Masse. Guten Appetit!
Gedörrte Paradeiser in Öl
Die beste Art, Paradeiser zu konservieren: Halbieren Sie die Früchte, entfernen Sie das Fruchtfleisch, legen Sie sie auf ein Backblech und bestreuen Sie sie mit grobem Salz. Würzen Sie mit ein paar Kräutern und trocknen Sie die Tomaten im Ofen bei ca. 60 Grad für 3–4 Stunden langsam durch. Anschließend füllen Sie sie mit einigen Knoblauchzehen und Thymian in ein Vorratsglas, füllen mit Olivenöl auf – fertig. Gut verschlossen hält so ein Glas den ganzen Winter. Wir versprechen Ihnen aber: Aufgegessen haben Sie es schon vorher.
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