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Wasser im Garten

Wasser sparen im Sommer – 12 Tipps für effizientes Gießen im Garten


Juni - August
Der Sommer ist die Zeit, in der unser Garten am meisten Wasser benötigt – und gleichzeitig die Zeit, in der es am knappsten ist. Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch die Haushaltskasse. Mit den richtigen Methoden lässt sich der Wasserverbrauch im Garten deutlich reduzieren, ohne dass Pflanzen, Beete oder Rasen darunter leiden.
der wirkungsvollste Einzelschritt

1. Mulchen 

Eine dicke Mulchschicht rund um die Pflanzen reduziert die Verdunstung erheblich, hält den Boden länger feucht und unterdrückt gleichzeitig Unkraut.

Geeignete Materialien sind Gartenfasern, Rindenmulch, gehäckselte Ziergräser oder Hackschnitzel. Bereits eine Schicht von 5–7 cm kann den Wasserverbrauch um bis zu 50 % senken. Einen Vergleich zu den Mulchmaterialien lesen Sie in unserem Blogbeitrag


Wie viel Wasser?

2. Den Wasserbedarf der Pflanzen kennen

Nicht jede Pflanze braucht gleich viel Wasser. Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin und Thymian kommen mit sehr wenig aus, während Gemüse, Kübelpflanzen und frisch gesetzte Gehölze regelmäßig gegossen werden müssen. Wer den Bedarf seiner Pflanzen kennt, vermeidet Über- wie Unterbewässerung gleichermaßen.


intensiv statt oft

3. Tief wässern statt oft gießen

Lieber seltener, dafür gründlich und tief gießen – das ist die wichtigste Gießregel überhaupt. Tiefes Wässern regt die Wurzeln an, tiefer in den Boden vorzudringen, wo die Feuchtigkeit länger erhalten bleibt. Oberflächliches Gießen hingegen verdunstet rasch und fördert flaches Wurzelwachstum, das die Pflanze anfälliger für Trockenheit macht.


Morgenstund

4. Den richtigen Zeitpunkt wählen

Gießen Sie in den frühen Morgenstunden – das ist mit Abstand der beste Zeitpunkt.

Die Temperaturen sind noch kühl, die Verdunstung gering und die Pflanzen können das Wasser optimal aufnehmen, bevor die Mittagshitze einsetzt. Abendliches Gießen ist die zweitbeste Option, fördert jedoch bei manchen Pflanzen Pilzkrankheiten, da das Laub über Nacht feucht bleibt. Gießen zur Mittagszeit sollte grundsätzlich vermieden werden.


JEder Tropfen zählt

 5. Regenwasser sammeln und nutzen

Regenwasser ist die beste und kostenlose Wasserquelle für den Garten – und Pflanzen nehmen es deutlich lieber auf als Leitungswasser, da es kalkarm und auf natürliche Temperatur erwärmt ist.

Regentonnen oder Regenfässer lassen sich einfach an Dachrinnen anschließen und fassen je nach Modell 200–1.000 Liter. Wer größere Mengen speichern möchte, kann eine unterirdische Zisterne in Betracht ziehen.


ist da ein Loch?

6. Verluste im Bewässerungssystem minimieren

Überprüfen Sie regelmäßig Schläuche, Düsen und Verbindungen auf Lecks – selbst kleine Undichtigkeiten können über den Sommer große Wassermengen verschwenden.

Auch Sprinkleranlagen, die bei Wind oder auf versiegelten Flächen sprühen, sind echte Wasserfresser. Eine gezielte Bewässerung direkt am Wurzelbereich ist stets effizienter als flächiges Beregnen.


SMART bewässern

7. Tröpfchenbewässerung & smarte Systeme einsetzen

Tröpfchenbewässerungssysteme geben Wasser direkt und langsam an die Wurzeln ab – Verdunstungsverluste werden damit auf ein Minimum reduziert. Noch effizienter sind Bewässerungscomputer mit Bodenfeuchtesensoren:

Sie messen den tatsächlichen Wasserbedarf und gießen nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Besonders für Balkon und Terrasse – wo Kübel schnell austrocknen – ist eine automatische Bewässerung eine große Erleichterung.


Auf die Sorte kommt es an

8. Die richtige Pflanzenauswahl treffen

Wer langfristig Wasser sparen möchte, setzt auf trockenheitsverträgliche Pflanzenarten, die an das österreichische Klima angepasst sind.

Stauden wie Katzenminze, Lavendel, Schafgarbe, Fetthenne und Blauraute sowie viele Gräser kommen mit deutlich weniger Wasser aus als empfindliche Exoten. Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Beitrag


Trogsubstrat

9. Kübel und Töpfe richtig behandeln

Kübelpflanzen trocknen im Sommer deutlich schneller aus als Beetpflanzen. Folgende Maßnahmen helfen:

  • Töpfe in den Halbschatten stellen, sobald die Hitze zunimmt
  • Wasserspeichergranulat in die Erde mischen
  • Tonscherben oder Hydrokulturkugeln als Untersetzer-Wasserspeicher verwenden
  • und Töpfe aus hellen Materialien wählen, die weniger Wärme aufnehmen.
  • Ein Trogsubstrat mit gutem Wasserspeichervermögen macht ebenfalls einen großen Unterschied.

sattes GRün

10. Den Rasen richtig pflegen

Lassen Sie den Rasen im Sommer etwas länger stehen – eine Schnitthöhe von 6–8 cm ist ideal.

Längeres Gras beschattet den Boden, reduziert die Verdunstung und ist deutlich widerstandsfähiger gegen Trockenstress. Mähen Sie außerdem nie bei großer Hitze und lassen Sie das Schnittgut als natürliche Mulchschicht liegen – es verdunstet und gibt die Feuchtigkeit langsam an den Boden ab.


Boden beleben

11. Boden verbessern und Wasser besser speichern

Ein humusreicher, gut strukturierter Boden kann Wasser wie ein Schwamm speichern. Wer regelmäßig Kompost einarbeitet, verbessert die Wasserspeicherkapazität des Bodens nachhaltig. Bei sandigem Boden empfiehlt sich die Einarbeitung von Bentonit oder Wasserspeichergranulat, das ein Vielfaches seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben kann. Bodenaktivator hilft, die Bodenqualität zu verbessern. 


beobachtungsgabe

12. Pflanzen aufmerksam beobachten

Hängende Blätter, ein matter Glanz auf dem Laub oder auffällig trockene Erde sind erste Zeichen von Wassermangel – handeln Sie dann sofort.

Umgekehrt: Wenn die Erde beim Hineinstechen des Fingers noch feucht ist, muss noch nicht gegossen werden. Regelmäßiges Beobachten ist der beste Schutz vor Unter- und Überbewässerung gleichermaßen.

Gegen Hitzestress 

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema "richtig Gießen im Sommer"


Am besten in den frühen Morgenstunden gießen. Frühmorgens haben die Pflanzen genügend Zeit, die Flüssigkeit aufzunehmen, und das Wasser verdunstet weniger. Mittags zu gießen ist das größte Wasserverschwendung – ein erheblicher Teil verdunstet, bevor er die Wurzeln erreicht. Der Abend ist ebenfalls geeignet, aber feuchte Blätter über Nacht können Pilzkrankheiten begünstigen.


Nicht täglich und oberflächlich, sondern seltener, dafür gründlich und tief. Wenn Pflanzen täglich in kleinen Mengen gegossen werden, müssen sie nicht tief wurzeln. Besser ist es, Pflanzen alle 3 Tage ausreichend zu wässern – so können sie tiefer wurzeln und sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit. 

Mulchen ist eine der wirksamsten Methoden: Eine dicke Schicht Mulch (Hackschnitzel, Rindenmulch, Gartenfasern oder gehäckselte Ziergräser) um die Pflanzen herum reduziert die Verdunstung, hält den Boden länger feucht und hemmt gleichzeitig das Unkrautwachstum. Im Sommer kann Mulchen den Wasserbedarf um bis zu 50% reduzieren.

Die schnellste und günstigste Möglichkeit, Wasser zu sparen, ist der Einsatz von Regenwasser – mit einer Regentonne lässt sich Rasen und Gartenpflanzen quasi kostenlos wässern. In größeren Gärten ist die Anschaffung einer Zisterne eine bedenkenswerte Option – diese kann mehrere tausend Liter vorhalten. Bei Regentonnen ist zu beachten, dass sie sicher abgedeckt werden sollten, um Kinder, Vögel und andere Tiere zu schützen. 

Einheimische Pflanzen sind an das lokale Klima angepasst und kommen gut mit Trockenperioden zurecht. Pflanzen für Steingärten oder Trockenmauern wie Blaukissen, Teppichphlox oder mediterrane Kräuter wie Lavendel, Thymian und Rosmarin sind sehr trockenheitsverträglich. 

Mit einer Tröpfchenbewässerung kann das Gießwasser besonders sparsam und gezielt an die Pflanzen abgegeben werden. Das Wasser gelangt direkt an die Wurzeln, Verdunstungsverluste werden minimiert. Besonders für Gemüsebeete, Tomaten und Kübelpflanzen ist Tröpfchenbewässerung ideal – und in Kombination mit einem Bodenfeuchtesensor sogar vollautomatisch regelbar. 

Zu wenig Wasser zeigt sich durch hängende, welke Blätter und trockenen, rissigen Boden. Zu viel Wasser äußert sich oft ähnlich – gelbe, weiche, welke Blätter – aber der Boden ist dabei nass oder matschig. Wichtig: Vor dem Gießen immer den Boden prüfen. Steckt man den Finger 5 cm tief in die Erde und sie ist noch feucht, muss nicht gegossen werden.

Kleine Töpfe trocknen wegen des geringen Erdvolumens viel schneller aus. Dasselbe gilt für Tontöpfe, durch die Wasser verdunsten kann. Mit glasierten Töpfen und ausreichendem Topfvolumen lässt sich sicherstellen, dass nicht mehr Wasser als nötig verdunstet.

Eine Pflanze, die halbschattige Stellen mag, braucht an einem vollsonnigen Platz viel mehr Wasserzufuhr. Zudem sind Pflanzen am falschen Standort anfälliger für Verbrennungen und wachsen nicht optimal. Die richtige Standortwahl zu Beginn der Saison spart im Hochsommer deutlich Gießwasser. 

Den Rasen etwas länger stehen lassen – ca. 6–8 cm – hilft, die Feuchtigkeit besser zu speichern. Durch längere Halme trifft weniger Sonnenlicht direkt auf den Boden. Beim Mulchmähen wird das Schnittgut kleingehäckselt auf dem Rasen zurückgelassen – das schützt den Boden vor Austrocknung. 

Wer seinen Garten gut kennt, kann Wasser gezielt einsetzen: Wo trocknet es nach wenigen regenfreien Tagen aus? Wo ist die Erde fast immer feucht? Wo sammelt sich Regenwasser am längsten? Neugepflanzte Pflanzen, Gemüsebeete und Töpfe brauchen grundsätzlich mehr Wasser als eingewachsene Stauden und Gehölze.

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