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Clematis schneiden
Schnittanleitung
Es gibt mehrere Gründe, warum man die Clematis (Waldreben, Klematis) schneiden sollte. Die meisten Clematis-Sorten sind rankende Pflanzen, die bis zu zehn Meter hoch werden können. Damit die Pflanze nicht verholzt und und an Blühfreude verliert, sollte man sie regelmäßig schneiden.
Ein weiterer wichtiger Grund zur Schere zu greifen, ist die Blüte. Wenn Sie regelmäßig schneiden, wird die Blütenbildung angeregt und Sie helfen der Pflanze sich besser zu verzweigen. Dadurch wird sie buschiger und mehr Blüten bilden.
Schnittgruppe 1 (Frühjahrsblüher)
Clematis, die im April/Mai blühen, bilden ihre Blütenknospen bereits in der vergangenen Saison an den Vorjahrestrieben aus. Sie brauchen in der Regel keinen Rückschnitt und werden je nach Bedarf geschnitten.
- Kein Schnitt zwingend notwendig
- Bei Bedarf im belaubten Zustand schneiden (bspw. wenn sie zu groß geworden ist)
- Schnittzeitpunkt: Wenn die Blütezeit vorbei ist. Frühestens Ende Mai (dadurch hat die Pflanze genügend Zeit, neue Blüten für das kommende Jahr anzulegen).
- Ein leichter Rückschnitt fördert die Verzweigung
Dazu zählen bspw. die wilden Clematis-Sorten:
- Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)
- Anemonen-Waldrebe (Clematis montana)
Schnittgruppe 2 (Zweimal-Blüher)
Fast alle Clematissorten der zweiten Schnittgruppe blühen zwei Mal pro Jahr. Die Blüte erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst.
Diese großblumigen Clematis-Hybriden bieten einen Frühlings- und Sommerblütenflor. Im Frühling blühen - ähnlich wie bei den Wildarten Clematis alpina und Clematis montana - die ersten Blüten an kurzen Seitenzweigen der vorjährigen Triebe. Ab Ende Juni/Anfang Juli blühen diese Pflanzen dann nochmal, und zwar am neuen Trieb.
Um eine gute Balance der Blüten zu erzielen, hat sich ein Herbstschnitt, um die Hälfte der Trieblänge bewehrt. Dadurch bleibt vom vorjährigen Trieb für die Frühlingsblüte ausreichend erhalten, und der Austrieb liefert einen stärkeren zweiten Blütenflor. Man kann diese Sorten zwei Mal im Jahr schneiden, in jedem Fall aber ist ein Rückschnitt im Herbst notwendig.
Vereinfacht gesagt: Je mehr vorjähriges Holz an der Pflanze bleibt, desto üppiger fällt die Frühjahrsblüte aus! Nach der ersten Blüte im Frühjahr bilden die Pflanzen neue Langtriebe. Ungefährt sechs Wochen später blühen diese dann auch schon wieder. Wenn Sie wollen, dass diese kraftvoll durchtreiben und üppig blühen, schneiden Sie die Fruchtstände mit dem darunterliegenden Blattpaar direkt nach der ersten Blüte ab.
- Leichter Rückschnitt
- Schnittzeitpunkt: Nach der ersten Blüte ca. Mai (verblühte Blütenstände entfernen)
- Regt nach der ersten Blüte die Pflanze zu einer üppigen zweiten Blüte an
- Schnitt unter dem ersten Blattpaar der Blüte ansetzen
- Starker Rückschnitt (Hauptschnitt!)
- Schnittzeitpunkt: Nach der zweiten Blüte im Spätherbst (November/Dezember)
- Triebe um die Hälfte einkürzen
- Altholz komplett an der Basis entfernen
Clematis-Hybrid-Sorten (Beispiele):
- The President
- Fujimusume
- Nelly Moser
- Madame Le Coultre
Schnittgruppe 3 (Sommerblüher)
Zu dieser Schnittgruppe zählen die staudig-wachsenden Clematis, die im engeren Sinn keine Kletterpflanzen sind. Die Clematis-Sommerblüher ziehen über den Winter die Wurzeln ein.
Sie benötigen jedes Jahr im Spätherbst einen kräftigen Rückschnitt. Diesen danken sie mit einem üppigem frischem Austrieb und großer Blütefülle. Also, ran an die Schere!
- Pflanzen auf 30 - 50 Zentimeter zurückschneiden
- Schnittzeitpunkt: November/Dezember
Sorten:
- Italienische Waldrebe (Clematis viticella)
- Texanischen Waldrebe (Clematis texensis)
- Gold-Waldrebe (Clematis tangutica)
- alle Stauden-Waldreben (Clematis integrifolia)
Wann schneidet man die Clematis?
In der Fachwelt wird der richtige Schnittzeitpunkt für die Schnittgruppe 2 und 3 diskutiert. Galt bisher das Frühjahr als die beste Schnittzeit, empfehlen aktuell ExpertInnen den November/Dezember als den besten Zeitpunkt für den Rückschnitt. Warum?
Wegen der immer milder werdenden Winter treibt die Clematis schon sehr früh in der Saison aus und bildet Knospen für das neue Jahr. Wenn sie erst im Frühjahr zurückgestutzt wird, werden die neuen Blüten abgeschnitten.
Verjüngungsschnitt und Aufbauschnitt Clematis
Im ersten Pflanzjahr nach dem Einsetzen Ihrer neuen Clematis sollten Sie einen Aufbauschnitt durchführen. Jede neue Waldrebe wird dabei im Spätherbst auf 20 bis 30 Zentimeter Höhe gestutzt. Dadurch müssen Sie zwar bei einigen Arten im folgenden Jahr auf die Frühlingsblüte verzichten, allerdings verzweigen sich die Pflanzen besser und wachsen dadurch wesentlich breiter und kräftiger nach.
Alle vier bis fünf Jahre sollten Sie Ihrer Clematis einen Verjüngungsschnitt gönnen. Dieser beugt Verholzung bzw. Vergreisung vor. Bei dem Verjüngungsschnitt dürfen Sie bis ins alte Holz schneiden. Bei einem radikalen Verjüngungsschnitt kann die Clematis bis auf 10 Zentimeter über dem Boden gekürzt werden.
Standort & Unterpflanzung
Clematis mögen gerne Sonne, ihr Fuß (Wurzeln) sollte aber möglichst schattig gehalten werden, das schaffen Sie mit Unterpflanzungen. Clematis mögen eine gleichbleibende Feuchtigkeit im Wurzelbereich.
Dazu eignen sich beispielsweise Teppich-Plox, Polster-Glockenblumen, einjährige Sommerblumen oder kleinbleibende Polsterstauden sowie viele mehr.
Häufig gestellte Fragen zum Thema "Clematis schneiden"
Die meisten Clematis-Sorten sind rankende Pflanzen, die bis zu zehn Meter hoch werden können. Damit die Pflanze nicht verholzt und an Blühfreude verliert, sollte man regelmäßig schneiden. Durch regelmäßigen Rückschnitt wird die Blütenbildung angeregt, die Pflanze verzweigt sich besser – sie wird buschiger und bildet mehr Blüten.
Wenn Sie nicht sicher wissen, zu welcher Gruppe Ihre Clematis gehört, warten Sie bis nach der ersten Blüte und beobachten Sie: Blüht sie schon im April/Mai, gehört sie zu Gruppe 1. Blüht sie zweimal (im Frühjahr und Sommer), zu Gruppe 2. Blüht sie erst ab Ende Juni/Juli, zu Gruppe 3.
Clematis der Schnittgruppe 1 bilden ihre Blütenknospen bereits im Herbst des Vorjahres an den alten Trieben. Sie brauchen keinen zwingenden Rückschnitt – werden sie im Herbst geschnitten, bilden sie im Frühling keine neuen Knospen mehr. Ein Schnitt – wenn überhaupt – ist nur direkt nach der Blüte möglich. Dazu zählen Clematis alpina und Clematis montana.
Fast alle Clematis der Schnittgruppe 2 blühen zweimal pro Jahr. Nach der ersten Blüte empfiehlt sich das Entfernen verblühter Blütenstände, der Hauptschnitt erfolgt im November/Dezember: Triebe um die Hälfte einkürzen und Altholz entfernen. Im Frühjahr werden Waldreben der Schnittgruppe 2 auf ca. 100 cm bzw. auf in etwa die Hälfte der Wuchshöhe eingekürzt.
Hier hat sich die Expertenmeinung gewandelt: Wegen der immer milder werdenden Winter treibt die Clematis sehr früh aus und bildet Knospen für das neue Jahr. Wer erst im Frühjahr schneidet, schneidet diese neuen Blüten ab. Für Schnittgruppe 2 und 3 wird daher der November/Dezember als bester Zeitpunkt empfohlen. Februar/März ist für Gruppe 2 (leichter Rückschnitt) und Gruppe 3 (radikaler Rückschnitt) ebenfalls noch möglich – die Knospen sind dann sichtbar und man erkennt leicht, welche Äste lebend und welche abgestorben sind.
Im ersten Pflanzjahr nach dem Einsetzen empfiehlt sich ein Aufbauschnitt: Jede neue Waldrebe wird im Spätherbst auf 20–30 cm Höhe gestutzt. Dadurch muss man bei einigen Arten im folgenden Jahr auf die Frühlingsblüte verzichten, allerdings verzweigen sich die Pflanzen besser und wachsen breiter und kräftiger nach.
Alle vier bis fünf Jahre empfiehlt sich ein Verjüngungsschnitt, der Verholzung und Vergreisung vorbeugt. Dabei darf auch ins alte Holz geschnitten werden – bei einem radikalen Verjüngungsschnitt kann die Clematis bis auf 10 cm über dem Boden gekürzt werden. Die Pflanze treibt zuverlässig wieder aus.
Clematis mögen gerne Sonne, ihr Fuß (Wurzelbereich) sollte aber möglichst schattig und gleichmäßig feucht gehalten werden. Das lässt sich durch Unterpflanzung mit Teppich-Phlox, Polsterglockenblumen, einjährigen Sommerblumen oder niedrigen Polsterstauden erreichen – oder durch eine Mulchschicht über den Wurzeln.
Mehrjährige Optionen: Teppich-Phlox (verschiedene Sorten), Polsterglockenblume, Feinstrahl, Hornkraut, Blaukissen, Schleifenblume, Walderdbeere. Einjährige Optionen: Zauberglöckchen (Calibrachoa), Mini-Hängepetunie, Dipladenia, Silberregen 'Silver Falls', Pfennigkraut.
Clematis in Topfkultur sind völlig winterhart. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Erde im Topf auch im Winter nicht völlig austrocknet – von Zeit zu Zeit kontrollieren und bei Bedarf an frostfreien Tagen gießen.
Wenn man vergessen hat, die Clematis zu schneiden, ist das nicht weiter tragisch. Die Waldrebe kann im Folgejahr wieder richtig zurückgeschnitten werden. Bei Schnittgruppe 3 kann trockenes Holz, aus dem keine Triebe mehr kommen, auch später entfernt werden.
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