Rasen neu anlegen – Aussaat, Rollrasen & Tipps nach dem Hitzesommer
März
- Oktober
Der Sommer 2026 hat vielen Rasenflächen in Österreich schwer zugesetzt: Wochen ohne nennenswerten Regen, anhaltende Hitze über 35 Grad und ausgetrocknete Böden haben kahle Flecken, braune Stellen und abgestorbene Grasnarben hinterlassen. Die gute Nachricht: Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um den Rasen zu regenerieren – ob durch gezielte Nachsaat oder eine komplette Neuanlage. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie es gelingt.
Frühling oder Herbst?
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Rasen-Neuanlage?
Grundsätzlich ist eine Neuanlage das ganze Jahr über möglich – zu vermeiden sind lediglich Frost und extreme Hitze. Die zwei besten Zeitfenster sind:
Frühjahr (April/Mai): Sobald die Bodentemperatur dauerhaft über 8–10 °C liegt, keimen die Samen zuverlässig und das Wachstum startet kräftig.
Herbst (August bis Oktober): Besonders nach einem extremen Hitzesommer ist der Herbst die ideale Saison für Neuanlage und Nachsaat. Der Boden ist noch warm, die Temperaturen sind mild und der Herbstregen übernimmt einen Großteil der Bewässerungsarbeit. Wichtig: Die Aussaat sollte bis Mitte Oktober abgeschlossen sein, damit der Rasen vor dem ersten Frost gut angewachsen ist.
Was tun nach dem Hitzesommer? Harken Sie abgestorbene Bereiche zunächst gründlich durch. Zeigen sich noch grüne Wurzelansätze, reicht meist eine Nachsaat. Ist die Grasnarbe komplett abgestorben, empfiehlt sich eine Neuanlage mit entsprechender Bodenvorbereitung.
die wichtigste Grundlage
Bodenvorbereitung
Eine sorgfältige Bodenvorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Neuanlage. Gerade nach einem Hitzesommer ist der Boden oft verdichtet und ausgelaugt – hier ist besonders gute Vorbereitung gefragt.
Alten Rasen abtragen, abgestorbene Pflanzenreste, Steine und Wurzeln entfernen.
Bodenqualität verbessern: Bei sandigem oder ausgelaugtem Boden unbedingt Rasenerde und Bodenaktivator einarbeiten. Das fördert nicht nur das Anwachsen, sondern sorgt auch langfristig für gleichmäßiges Wachstum. Nach dem Hitzesommer empfiehlt sich zusätzlich die Einarbeitung von reifem Kompost oder einem Bodenverbesserer auf Humusbasis – das reaktiviert das Bodenleben und verbessert die Wasserspeicherfähigkeit erheblich.
Boden auflockern: Den Boden einen Spatenstich tief umgraben oder für größere Flächen eine Bodenfräse einsetzen (in Baumärkten leihbar). Dabei auftauchende Steine und Wurzeln entfernen.
Fläche einebnen: Vertiefungen sammeln Regenwasser und bilden Pfützen. Die Fläche mit der Rückseite einer Harke und einer langen Latte einebnen, anschließend mit einer Walze verdichten.
die günstige und nachhaltige Variant
Rasen neu säen
Die Rasenaussaat ist körperlich weniger aufwändig und deutlich kostengünstiger als Rollrasen – allerdings braucht neu gesäter Rasen bis zu drei Monate, bevor er voll belastet werden darf.
Saatgutwahl: Hochwertige Rasensamen-Mischungen keimen zwar etwas langsamer als Billigmischungen, bilden dafür aber eine deutlich dichtere und robustere Grasnarbe. Nach einem Hitzesommer empfiehlt sich eine trockenheitstolerante Rasenmischung – diese kommt mit künftigen Hitzeperioden besser zurecht und benötigt langfristig weniger Wasser.
So gehen Sie vor:
Rasensamen verteilen: Samen nach Herstellerempfehlung abwiegen (ca. 20–30 g/m²) und bei Windstille gleichmäßig ausstreuen. Für besonders gleichmäßige Verteilung empfiehlt sich ein Streuwagen – dieser kann auch zum späteren Düngen verwendet werden. Am besten kreuz und quer über die Fläche fahren.
Einwalzen: Nach der Aussaat die Fläche in Längs- und Querbahnen walzen – so erhalten die Samen einen guten Bodenschluss und keimen gleichmäßiger.
Sofort gießen: In den ersten Tagen bei trockener Witterung täglich vier- bis fünfmal kurz wässern (ca. 10 Minuten). Gerade während und kurz nach der Keimung sind die jungen Gräser am empfindlichsten gegenüber Trockenheit.
Nach der Keimung (ca. 1–3 Wochen): Sobald das erste zarte Grün sichtbar ist, die Gießintervalle verlängern und die Wassermenge erhöhen: 10–20 Liter pro Quadratmeter pro Wässerung sind je nach Bodenart erforderlich.
Sandboden: Häufiger gießen, dafür weniger pro Gabe.
Lehmboden: Alle 2–3 Tage, dafür 20 Liter pro Quadratmeter.
Ziel ist es, den Boden bis in Spatentiefe zu durchfeuchten – so wachsen die Wurzeln tief ins Erdreich und der Rasen wird in den Folgejahren deutlich trockenheitsresistenter.
Rollrasen bietet den Vorteil eines sofort nutzbaren Ergebnisses – allerdings zu höheren Kosten und mit strengeren Anforderungen an Verlegung und Bewässerung.
Wichtig: Rollrasen verträgt keine lange Lagerzeit. Er sollte möglichst direkt nach der Lieferung verlegt werden – spätestens nach 24 Stunden. Ist das nicht möglich, Rollen aufwickeln und gut bewässern. Bei starker Sonne im Schatten lagern.
So verlegen Sie Rollrasen richtig:
Verlegung von der hintersten Gartenecke beginnen – so muss der neue Rasen während der Arbeit nicht betreten werden.
Entlang der längsten Seite verlegen – das minimiert Schnittarbeit.
Im Halbverbund verlegen (wie Mauerwerk) – Kreuzfugen sind potenzielle Austrocknungsstellen und sollten vermieden werden.
Bahnen eng aneinanderstoßen – die Kanten müssen sich berühren, damit sie nicht seitlich austrocknen.
Zuschneiden mit Messer – Rundungen und Endstücke lassen sich mit einem alten Küchen- oder Gartenmesser einfach zuschneiden. Reststücke als Anfang der nächsten Bahn verwenden; zu kleine Stücke besser kompostieren, da sie schlecht anwurzeln.
Ränder sichern – Liegt der Rasen nicht an einer Einfassung, Erde seitlich an die Kanten andrücken.
Anwalzen – Den fertigen Rollrasen mit einer Walze andrücken. In kleinen Gärten funktioniert das auch mit einem Brett.
Sofort und intensiv gießen: Unmittelbar nach dem Verlegen 15–20 Liter pro m² wässern. Die folgenden zwei Wochen täglich wurzeltief feucht halten.
Hinweis: Rollrasen bei Regen zu verlegen ist für die Gartenbesitzer unangenehm, dem Rasen selbst schadet es jedoch nicht – im Gegenteil.
so sanieren Sie kahle Stellen
Nachsaat nach dem Hitzesommer
Wer keine komplette Neuanlage benötigt, kann mit gezielter Nachsaat kahle und braune Stellen wieder zum Leben erwecken:
Betroffene Bereiche mit einem Rasenlüfter oder einer Harke gründlich durcharbeiten und abgestorbenes Material entfernen.
Boden leicht auflockern und bei Bedarf etwas Rasenerde einarbeiten.
Rasensamen gleichmäßig ausbringen und leicht einharken.
Gut andrücken und täglich feucht halten bis zur Keimung.
Neue Fläche in den ersten Wochen nicht betreten und nicht mähen, bis die Halme mindestens 8 cm hoch sind.
WEnn es Spriesst
Rasenpflege nach der Neuanlage
Erster Schnitt: Sobald der Rasen 8–10 cm hoch ist, das erste Mal mähen – aber maximal ein Drittel der Halmlänge auf einmal entfernen.
Düngen: Etwa 6–8 Wochen nach der Aussaat oder Verlegung mit einem Rasenstarter-Dünger nachdüngen. Das fördert die Wurzelbildung und kräftigt die Grasnarbe. Im Herbst einen kaliumbasierten Dünger verwenden!
Schnitthöhe im Sommer: Bei Hitze den Rasen auf mindestens 6–8 cm stehen lassen – längeres Gras beschattet den Boden und verdunstet deutlich weniger Wasser.