Gartenblog. Tipps, DIYs und Wissenswertes von der Starken Gärtnerin.

Samen entnehmen

Man glaubt es wäre kompliziert, das ist es aber nicht... Ihr könnt euch eure Lieblings-Tomaten ganz einfach selbst anbauen und das Saatgut entnehmen.

Voraussetzung dafür dass es genau die gleiche Tomate wird, ist dass es sich um eine Tomatenpflanze handelt die nicht unter die "F1-Hybriden" fällt. (Das wird auf allen Samenpackungen und Pflänzchen gekennzeichnet).
Was sind F1-Hybriden? Das sind Pflanzen bei denen NICHT garantiert werden kann, dass sie die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben. Es passiert also nichts Tragisches wenn ihr es doch mit einer dieser Hybriden ausprobiert. Es kann nur sein, dass sie eine andere Form oder Farbe haben, oder einfach nicht so üppig tragen. Manchmal funktioniert es mit diesem Saatgut aber auch gar nicht, das ist eben nicht vorherzusehen...

Um Saatgut zu gewinnen, sollten nur reife und gesunde Tomaten verwendet werden. Die Tomate aufschneiden und die Samen vom Fruchtfleisch lösen. Die Saat selbst ist von einer gallertartigen Masse umgeben. Sie sorgt dafür, dass die Samen nicht bereits in der Frucht keimen. Die Samen in einem Sieb unter laufenden Wasser von den möglichen Resten der Masse befreien und ein paar Wochen in einem Kaffeefilter trocknen lassen. Man kann die trockenen Samen anschließend in einem Glas oder Beutel luftdicht aufbewahren, das Saatgut kann bis zu 5 Jahre haltbar sein.

Anzucht leicht gemacht

Am besten beginnt man mit der Aussaat in einem Anzuchthäuschen bereits Mitte Jänner, dann haben die Pflänzchen ausreichend Zeit um bis Mitte Mai ins Freie zu ziehen.

Verwendet für die Aussaat nährstoffarme Erde! Zu viel Dünger ist für diese Babys nicht gut und sie sind sehr schnell überdüngt. Achtet bei der Aussaat darauf, dass die Pflänzchen nicht austrocknen, aber auch nicht schwimmen. Stellt euch einfach eine Sprühflasche mit Wasser bereit und besprüht die Saat einmal am Tag.

Das Anzuchthäuschen platziert man am besten an einem warmen, hellen Ort (nicht über der Heizung, dort herrscht extrem trockene Luft!). Versucht auch hin und wieder im Häuschen zu lüften. Viele der Anzucht-Boxen haben Lüftungsschlitze, die man hin und wieder öffnen sollte um frischen Sauerstoff in das Mini-Gewächshaus zu lassen.

Schon nach wenigen Tagen werdet ihr die ersten Samen keimen sehen.

Was muss man bei Tomaten beachten?

- Tomaten lieben Wärme und die Sonne. Ein Auspflanzen vor Mitte Mai ist in den meisten Fällen kontraproduktiv, weil die Pflänzchen Temperaturen unter 8 °C gar nicht gut vertragen. Man kann sich also durchaus Zeit lassen.

- Tomaten sind Starkzehrer und brauchen neben vielen Nährstoffen auch ausreichend Platz im Gemüsebeet oder Topf.

- Tomaten mögen keine nassen Blätter - das heißt man soll sie ausschließlich unten gießen und keinen Regen simulieren. Regnet es oft, dann würde ich euch auch empfehlen ein kleines Dach aus Vlies oö zu basteln.

- Tomaten sind (mit Ausnahme ihrer Früchte) giftig. Die Blätter und Stängel der Pflanze sind nicht genießbar und sollten auf keinen Fall gegessen werden. Es ist allerdings nicht so, dass ihr euch Sorgen machen müsst, wenn ein Blatt im Maul eines Hundes oder in eine Kinderhand gelangt! Auch hier bestimmt die Dosis das Gift und zum Glück sind die giftigen Pflanzenteile alles andere als wohlschmeckend.

- Tomaten kann man, muss man aber nicht ausgeizen. Hier scheiden sich tatsächlich die Geister. Die einen schwören auf das Entfernen der überflüssigen Blätter um das Fruchtwachstum zu fördern, die anderen lassen der Natur ihren Lauf und haben auch einen guten Ertrag. Ich entferne meistens die Triebe die mir zu sehr in eine falsche Richtung wachsen, so kann man der Pflanze ganz gut eine Wuchsrichtung geben.

- Tomaten sind gesund! Das lernt schon jedes Kind sehr früh und egal ob Cocktail-, Ochsenherz-, gestreifte, rote oder gelbe Tomate oder auch Paradeiser (wie man im Osten Österreichs dazu sagt) sie ist eine perfekte Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung. Man sagt ihr sogar nach, dass sie eine antibiotische Wirkung hat.

Ob das stimmt, kann ich euch nicht sagen, ich bin ja nur Gärtnerin, aber sie schmeckt gut, so viel ist sicher.

Viel Spaß im "Paradeis"
eure starke Gärtnerin

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