Gartenblog. Tipps, DIYs und Wissenswertes von der Starken Gärtnerin.

Frühbeet, Hochbeet, Rankhilfe,... so viel zu tun im Gemüsegarten

Der Gemüseanbau klingt wahnsinnig kompliziert, in Wirklichkeit muss man aber nur einige wichtige Dinge beachten und schon klappt's mit der Selbstversorgung.

Hier unsere Profi-Tipps:

Tipp 1: der richtige Standort

Die meisten Gemüsearten lieben die Sonne. Sucht euch also ein sonniges Plätzchen im Garten, Balkon oder Terrasse und stellt dort euer Beet auf.

Ohne ausreichend Sonne, keine Früchte - das lässt sich ganz einfach nicht ändern.

Wer sein Gemüse schon besonders früh ernten will, der braucht was ein Gärtner ein "Frühbeet" nennt. Ein Frühbeet ist nichts anderes als ein überdachter Bereich des Beetes. Das kann man mit einem Vlies oder Plexiglas erzeugen. Dieses Dach wird in der Nacht geschlossen und tagsüber an warmen, sonnigen Tagen geöffnet. So entsteht ein warmes Klima rund um die Pflanzen und lässt sie geschützter wachsen. Ich würde die Verwendung von weißem Gartenvlies empfehlen, bei Plexiglas müsst ihr darauf achten dass die Pfänzchen bei starker Sonneneinstrahlung unter der Scheibe nicht verbrennen.

Oft wird das Frühbeet mit dem Hochbeet verwechselt. Ein Hochbeet wird in verschiedenen Schichten befüllt, die durch den Verrottungsprozess (von Grasschnitt in der mittleren Schicht) Eigenwärme erzeugen und damit einen warmen Fuß für die Gemüsepflanzen. Ein Hochbeet kann auch als Frühbeet verwendet werden. Ohne eine Abdeckung schützt es aber nicht ausreichend vor Nachtfrösten!

Tipp 2: der richtige Boden/Erde

Viele Hobbygärtner machen den Fehler und kaufen billige Erde. Das ist ein essentieller Fehler und macht sich allerspätestens bei der geringen oder ganz ausbleibenden Ernte bemerkbar.

Erde und Dünger sind die Nahrung für eure Pflanzen. Und ganz besonders beim Gemüse macht sich das bemerkbar! Die meisten Gemüsearten die auch Früchte tragen (wir Gärtner nennen das Fruchtgemüse) sind sogenannte "Starkzehrer", dh sie haben einen hohen Nährstoffbedarf. Das hat nicht nur zur Folge, dass sie oft zusätzliche Nährstoffe durch Düngerzugaben benötigen (zum Dünger später unten) sondern sie brauchen auch ausreichend Erdvolumen. Im Gemüsegarten heißt das, dass ihr euch an die vorgegebenen Abstände zwischen den Samen/Pflänzchen halten solltet. Ganz besonders aber bei der Bepflanzung von Gefäßen wird oft nicht darauf geachtet, dass sich die Pflanzen im Laufe des Jahres ausbreiten können müssen! Eine Tomatenpflanze zB sollte in einem Topf mit mindestens 40 cm Durchmesser (und Drainage) gesetzt werden, damit sie ausreichend, nährstoffreiche Erde zur Verfügung hat.

Und auch der Mythos, dass man dazu noch Kräuter setzen sollte, ist ganz einfach falsch und nicht zu empfehlen! Mediterrane Kräuter brauchen zum Beispiel einen sehr kargen Boden und wenig Nährstoffe (daher empfehlen wir hier auch die Verwendung von Kräuter- und Aussaaterde). Basilikum ist extrem heikel und sollte am besten einen Platz alleine im Topf mit viel nährstoffreicher Erde erhalten (dann beginnt es sich besonders stark zu entwickeln). Minze & Melisse sind so starkwüchsig, dass sie schnell alle anderen Pflanzen im Topf überwuchern, sie stellen außerdem nur wenig Ansprüche an den Boden und kommen auch mit nicht optimalen Bedingungen gut zurecht.

Immer einen positiven Effekt auf die Bodenbeschaffenheit haben übrigen Tagetes! Die blühfreudige Pflanze findet man sehr oft bei erfahreren Gemüsegärtnern...

Am besten ihr fragt beim Einkauf einfach einen unserer Mitarbeiter! Wir helfen euch gerne und beraten bei der Auswahl.

Tipp 3: Welchen Dünger?

Wie bereits erwähnt ist neben der Erde regelmäßiger Dünger wirklich wichtig. Bei Gemüse solltet ihr allerdings darauf achten, ausschließlich biologische Düngemittel zu verwenden.

Wer nicht unbedingt auf Kompost oder andere biologische Dünger zurückgreifen kann, der findet bei uns eine große Auswahl an Bio-Düngern. Die richtige Dosierung findet ihr auf der Rückseite der Verpackung. Ob ihr euch für Hornspäne, Schafwollpallets, Langzeitdünger oder Flüssigdünger entscheidet ist ganz nach eurem Belieben zu entscheiden. Langzeitdünger wird nur selten aufgebracht, gibt die Nährstoffe allerdings auch nur langsam ab. Flüssigdünger wird mit dem Gießwasser an die Pflanze abgegeben und wird öfter angewendet, dafür bekommt die Pflanze allerdings quasi schon mit dem nächsten Schluck die Nahrung zugeführt. Hornspäne und Schafwollpallets sind immer eine gute Eränzung und man kann sie eigentlich kaum überdosieren. Besonders im Frühling als Erstdünger, absolut zu empfehlen.

Was ich euch hierzu allerdings außerdem empfehlen würde, sind Pflanzenstärkungsmittel wie Brennessel- und Ackerschachtelhalmextrakt. Diese stärken die Pflanzen, machen sie widerstandfähiger und schützen sie dadurch vor Pilzen und Schädlingsbefall.


Tipp 4: Pflanzenschutz bei Gemüse

Sobald die Temperaturen nach oben klettern entsteht im Gemüsegarten ein feucht-warmes Klima und das lässt nicht nur die geliebten Gemüsepflänzchen sondern auch Pilzerkrankungen und Fressfeinde aus dem Boden sprießen.

Jeder, aber wirklich JEDER Gemüsegärtner wird sich spätestens im Juni mit dem Thema Mehltau, weiße Fliege, Blattlaus, Engerling,... auseinandersetzen müssen.

Vorab habe ich dazu einen Tipp: für jeden Schädling gibt es immer einen Nützling! Marienkäfer, Schlupfwespen, Florfliege & Co sind also Insekten die ihr sogar unbedingt in eurem Garten haben wollt! Schafft daher zu allererst Unterkünfte für diese Insekten. Vor allem in der Stadt fehlen den meisten Nützlingen die Unterkünfte - ihr findet dazu eine riesige Auswahl an sogenannten "Insektenhotels" in unseren Gartencentern die man sowohl an der Hausmauer, im Baum oder per Pfahl in der Erde befestigen kann.

Wer sich aber vor den Schädlingen nicht mehr retten kann, der sollte nicht zu lange abwarten und uns im Gartencenter besuchen! Hierbei zählt wirklich jeder Tag, an dem ihr die Pflänzchen vor ihren Fressfeinden schützt.
Ob ihr Spritzbrühen zum Anmischen, Fallen oder Nematoden (das sind Fadenwürmer die man bei manchen Schädlingen anwenden kann) nutzen wollt - wir haben alles was man für einen sinnvollen und vor allem biologischen Pflanzenschutz braucht.

Tipp 5: Der Zeitpunkt der Pflanzung

Nur ned hudeln...

Viele Hobbygärtner glauben eine frühe Pflanzung bedeutet eine frühe Ernte - das stimmt leider nicht. Fruchtgemüse ist sehr kälteempfindlich und sollte erst bei Temperaturen die nicht mehr unter 8°C fallen ins Freie gepflanzt werden. Das ist in der Regel Mitte Mai.
Wer also kein Glashaus hat, der sollte einfach abwarten. Hier noch eine Info die ihr vielleicht noch nicht hattet: Gemüse reift zu dem Zeitpunkt aus, an dem die Samen geerntet wurden!

Wie man Samen abnimmt und konserviert, zeige ich euch in einem anderen Beitrag.

Und eine alte Bauernregel besagt außerdem: Legt man die Kartoffel im Mai, kommt sie glei'. Legt man sie im April, kommt sie wann sie will.

Stay tuned, dann klappt's auch mit dem Gemüsegarten.

eure starke Gärtnerin